Dienstag, 9. Januar 2018

So gefiel mir "Der Seewolf" von Jack London


3. gelesenes Buch des Jahres 2018

1. gelesener Klassiker von 5 vorgenommenen

Der Seewolf. Meisterwerk der Weltliteratur. von Jack London


Das Buch habe ich jetzt nicht innerhalb von 2 Tagen durchgelesen. Ich hatte es bereits parallel zu dem vorherigen angefangen. Da wir ja seit über zwei Jahren ohne Fernsehprogramm leben, schafft man abends, wenn man nicht gerade eine DVD ansieht, schon einiges an Lesestoff.


Klappentext (hier auf einem Blatt der Titelei): 

"Der Schriftsteller Humphrey von Weyden wird als Schiffbrüchiger von dem Schoner Ghost in der Bucht von San Francisco aufgefischt. Für den Geretteten beginnt damit jedoch ein neues Martyrium: Das Schiff, das ihn aufgenommen hat, erweist sich als schwimmende Hölle, ein Robbenfänger, auf dem unvorstellbare Brutalität und Rohheit zum Alltag gehören. An ein Entrinnen ist nicht zu denken, da der gefürchtete Kapitän Wolf Larsen den Schiffbrüchigen kurzerhand seiner Mannschaft einverleibt hat. So erkennt van Weyden, während die Ghost den Fanggründen vor Japan entgegensegelt, dass ihm nichts anderes bleibt, als den Kampf gegen den "Seewolf" Larsen aufzunehmen - einen Mann, für den ein Menschenleben keinerlei Wert besitzt ..."


Cover, Aufmachung, Ausstattung, Besonderheiten: 

Bei dem Exemplar, das ich gelesen habe, handelt es sich um ein gebundenes Buch mit 301 Seiten aus der Reihe "Meisterwerke der Weltliteratur" des Verlags Reader's Digest. Die Grundfarbe des Einbands ist ein mattes Königsblau, in einem dunkleren, lackglänzenden Marineblau ist darauf die Silhouette eines Segelschiffs zu sehen. Außerdem gibt es oben einen apfelgrünen Streifen mit dem Namen des Schriftstellers, der Titel befindet sich auf einem breiteren türkisgrünen Streifen, und darunter noch ein schmaler goldener Streifen mit dem Schriftzug "Meisterwerke der Weltliteratur". Außerdem ist das Buch mit einem goldgelben Lesebändchen ausgestattet.

Die 13 Kapitel haben mit jeweils ca. 20 bis 25 Seiten eine angenehme Länge. Jede Kapitelüberschrift ist oben noch mit einer kleinen hellgrauen Silhouette eines Segelschiffs verziert. Weiterhin gibt es noch 8 schwarz-weiße ganzseitige Illustrationen (Linolschnitt/Linoldruck?), die wirklich sehr düster wirken, aber dadurch ausgezeichnet zur bedrohlichen Atmosphäre der Geschichte passen.

Mich spricht diese Aufmachung wirklich außerordentlich an, so dass ich versuchen werde, die weiteren Klassiker, die ich mir für dieses Jahr noch vorgenommen habe, ebenfalls aus dieser Reihe zu bekommen.


Story:

Den Fim Der Seewolf habe ich als Kind und Jugendliche einige Male gesehen und wollte das Buch, das dem Film als Vorlage gedient hatte, schon immer mal lesen. Als es mir nun im Öffentlichen Bücherschrank des Nachbardorfs vor die Nase kam, griff ich natürlich begeistert zu. Zum Glück wusste ich bereits vorher, dass bei der Verfilmung von 1971 auch noch weitere Bücher Jack Londons, z.B. Frisco Kid, mit verarbeitet worden waren. Die Rückblenden in die Jugend Humphrey van Weydens und Wolf Larsens kommen im Buch daher überhaupt nicht vor. Auch das Ende ist völlig anders als im Film.

Man muss natürlich immer berücksichtigen, dass die Originalausgabe des Buchs 1904 erschienen ist. Nachdem ich mich aber ein bisschen eingelesen hatte und nicht mehr über die ganz leicht antiquierte Sprache ("Fleische", "Baume"...) stolperte, übten die düstere und bedrohliche Atmosphäre und der wirklich wunderbare Erzählstil einen regelrechten Sog auf mich aus. An Bord der Ghost geht es wirklich außerordentlich roh und brutal zu, es gibt aber keine allzu anschaulichen Schilderungen. So geht selbst die Beschreibung des Haiangriffs auf Mugridge nicht über Begriffe wie "Blut", "Fuß fehlt", "Aderklemme" und "Morphium" hinaus. Über die vielen Segelbegriffe habe ich geflissentlich hinweggelesen. Es wird zwischen Wolf Larsen und Humprey van Weyden viel philosophiert, was sich aber im Rahmen hält, und dann wird es auch gleich wieder spannend. Lediglich die Verliebtheit Humphrey van Weydens in Maud Brewster und die damit verbundenen Betrachtungen gingen mir zum Ende des Buches hin immer mehr auf die Nerven.

Erwähnen  möchte ich noch, dass in dieser Übersetzung von Erwin Magnus "Hump" auch wie im Film "Hump" genannt wird, und auch ansonsten finde ich die Übersetzung wirklich gelungen. (Wenn man dem amazon-Link folgt, stößt man auf eine Rezension, die auf diese Ausgabe nicht zutrifft.)


Bewertung: 

Der Seewolf. Meisterwerk der Weltliteratur. von Jack London ist ein Klassiker, den man auch  heute noch wirklich mit Gewinn lesen kann.

Ich gebe vier von fünf Sternen.

✮✮✮✮✰


Kommentare:

  1. Hab ich nie gelesen, aber ich erinnere mich im Film/Serie an die Quetschkartoffel... so war das doch, oder?

    Nana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, genau. Die Quetschkartoffel kommt im Buch auch vor. Auf wikipedia erfährt man übrigens, dass für den Film die Kartoffel leicht vorgekocht war.

      Liebe Grüße

      von Birgit

      Löschen