Samstag, 20. Januar 2018

So gefiel mir "Die Eishexe" von Camilla Läckberg


4. gelesenes Buch des Jahres 2018

Die Eishexe von Camilla Läckberg


Klappentext:

"Vor dreißig Jahren verschwand ein kleines Mädchen aus Fjällbacka. Damals wurden zwei Dreizehnjährige verdächtigt, das Mädchen entführt und getötet zu haben. Sie wurden von einem Gericht verurteilt, mussten die Haftstrafe aber nicht antreten. Heute lebt die eine zurückgezogen im Ort, die andere - inzwischen eine gefeierte Schauspielerin - ist gerade zum allerersten Mal in ihre alte Heimat zurückgekehrt, zu Dreharbeiten eines Films über Ingrid Bergman.

Da verschwindet wieder ein Mädchen, Linnea Berg heißt sie. Fjällbacka ist in Aufruhr: Sind vielleicht noch andere Kinder in Gefahr? Ist es ein Fluch aus der Vergangenheit? Die Angst vor der Wahrheit hat schreckliche Folgen ..."


Cover, Aufmachung, Ausstattung: 

Ich habe das gebundene Buch mit 744 Seiten vom List-Verlag gelesen. Das düstere Cover mit den schimmernden Effekten gefällt mir außerordentlich gut. Ein Lesebändchen habe ich vermisst - ich finde, bei einem so dicken gebundenen Buch dürfte durchaus eines eingebaut sein.


Story: 

Ich bin ja Fan von Frau Läckberg und habe alle 9 vorangegangenen Bücher gelesen, angefangen mit Die Eisprinzessin schläft. Nach dem letzten Band, Die Schneelöwin, war ich mir dann zwischenzeitlich nicht mehr ganz so sicher, da es wirklich sehr grausam und brutal zuging und die Geschichte mit einem für mich nicht zufriedenstellenden Cliffhanger endete. Dennoch war ich auf Die Eishexe dann doch so gespannt, dass ich das Buch direkt zum Erscheinungsdatum vorbestellte und die 744 Seiten auch prompt innerhalb von 5 Tagen verschlang.

Die Geschichte springt zwischen der Gegenwart, 1985 und 1671/1672 zur Zeit der Hexenverfolgung hin und her, was mir gut gefällt und die Spannung aufrecht erhält. In puncto Grausamkeit hat Frau Läckberg im Vergleich zum Vorgängerbuch um einige Gänge zurückgeschaltet, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Lediglich ganz am Ende gibt es im historischen Strang einige Foltermethoden, bei deren Schilderung mir doch etwas blümerant wurde. Im großen und ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen bis auf ein paar kleine Abstriche:

  • Am Anfang tauchen doch sehr viele verschiedene Personen auf, die man erst einmal zuordnen muss. (Für solche Fälle habe ich dann schon immer einen Hilfszettel, auf dem ich mir die Namen und Verbindungen untereinander notiere.) 
  • 100 Seiten weniger hätten es eventuell auch getan. 
  • Darüber, dass Ericas private familiäre Verwicklungen ab und an etwas kitschig rüberkommen, habe ich mittlerweile gelernt hinwegzusehen, sonst hätte ich das Buch bereits auf Seite 14/15 bei dem Satz "Doch nun brachte sie bald ihr und Dans Kind der Liebe zur Welt" beiseite gelegt. (Mit "sie" ist in diesem Fall Anna gemeint.) 
  • Auf Seite 177 werden zwei Namen verwechselt - es müsste "Bengt" statt "Peter" heißen. 
  • Bei der Auflösung des Falls werden einige Details, die ich doch ziemlich ausschlaggebend und einer ausführlicheren Erörterung würdig gefunden hätte, gerade mal mit einem Halbsatz erwähnt.

Besonders positiv hingegen finde ich wieder einmal die teilweise sehr skurrilen Charaktere, besonders eine über 90 Jahre alte Dame, die sich im Fernsehen einen Mixed-Martial-Arts-Kampf ansieht und Kopi Luwak trinkt.


Bewertung: 

Die Eishexe von Camilla Läckberg als zehnter Band der Reihe um das Ermittlerduo Erica Falck/Patrik Hedström hat mich auf keinen Fall enttäuscht, ansonsten hätte ich die 744 Seiten ganz bestimmt nicht innerhalb von 5 Tagen durchgelesen. Ich werde mit ziemlicher Sicherheit auch die Nachfolgebände lesen.

Ich gebe vier von fünf Sternen.

✮✮✮✮✰


Anmerkung: 

Falls jemand auf den Geschmack gekommen sein sollte, rate ich auf jeden Fall dazu, mit dem ersten Band der Reihe, Die Eisprinzessin schläft, anzufangen, da man sonst wahrscheinlich schwer durch das private Umfeld von Erica und Patrik sowie die Namen und Eigenheiten der Kollegen auf dem Polizeirevier hindurchfindet.



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