Montag, 5. Februar 2018

So gefiel mir "Eine Frau erlebt die Polarnacht" von Christiane Ritter


7. gelesenes Buch des Jahres 2018

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Eine Frau erlebt die Polarnacht von Christiane Ritter

(Der amazon-Link führt zu einer anderen Ausgabe als dem von mir gelesenen und fotografierten Buch.)



Klappentext (Buchrücken): 

"Die Welt liegt in tiefer Dämmerung, aus der sie sich nicht mehr zu erheben vermag. Es ist windstill, und ein durchsichtiger Nebel trägt die Wellen des letzten sterbenden Lichts. Unwirklich und raumlos ist Nähe und Ferne."

"Im eisigen Spitzbergen, viele hundert Meilen von der nächsten Siedlung entfernt und ohne technische Hilfsmittel moderner Arktisexpeditionen, hat die Malerin Christiane Ritter ein Jahr mit ihrem Mann und einem Pelzjäger in einer primitiven Hütte gelebt. Ihr Erlebnisbericht vermittelt dem Neuling eine Ahnung von der rätselhaften Faszination der Arktis."

"Dieser Bericht ist eindringlicher und kommt der Wirklichkeit bei weitem näher als ein Abenteuerroman." (Radio Bremen)


Cover, Aufmachung, Ausstattung, Besonderheiten: 

Ich habe das Taschenbuch des Ullstein Verlags gelesen, es handelt sich um die 15. Auflage vom September 1999. Das Buch hat 187 Seiten mit acht Aquarellen und 25 Federzeichnungen der Verfasserin, eine Karte und ein Nachwort von Christiane Ritter von 1990.

Das Cover zeigt ein Foto eines Eisbergs vor der Küste Spitzbergens, der tiefstehende Mond spiegelt sich im Wasser. Cover, Aquarelle und Zeichnungen gefallen mir sehr gut und passen in ihrer Schlichtheit ausgezeichnet zum Inhalt des Buchs.


Story: 

Ich bekam dieses Buch zum ersten Mal um 1990 von meiner Schwiegermutter ausgeliehen, und seitdem gehört es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern; ich habe es bisher mindestens fünfmal gelesen. Das Buch ist zum ersten Mal 1938 erschienen, die geschilderte Überwinterung fand 1934 statt.

Als ich es nun wieder einmal las, war ich doch stark hin- und  hergerissen, ob ein Buch, in dem Füchse, Seehunde, Robben, Eisbären und jede Menge Vögel gejagt werden, weiterhin zu meinen Lieblingsbüchern zählen kann. Es gab auch zwei Stellen, an denen ich dazu tendierte, die Lektüre erbost aufzugeben. Dann nahmen mich aber die wunderbaren poetischen Beschreibungen der Landschaft und des Lichts sowie die philosophischen Betrachtungen doch wieder dermaßen gefangen, dass meine alte "Nord-Romantik" wiedererweckt wurde. Das, was Christiane Ritter da erlebt hat, ist wirklich weit, weit jenseits jeglicher Nordmeer-Kreuzfahrten und im Grunde heutzutage ziemlich unvorstellbar.

Mein Fazit ist, dass man dieses Buch wahrscheinlich entweder wegen der Pelzjägerei grundsätzlich ablehnt, oder man hält ihm zugute, dass 1934 doch noch etwas andere Zeiten waren, nimmt es so hin und genießt dennoch die einfach einzigartigen Schilderungen dieser Überwinterung in einer wirklich absolut primitiven Hütte mit teilweise haarsträubenden Bedingungen auf Spitzbergen.

Übrigens haben mein Mann und ich seit vielen Jahren ein "geflügeltes Wort", das aus diesem Buch stammt: "Jeden Tag ein Spasiertür!" (Jeden Tag einen Spaziergang!)

Wen es interessiert: Wenn man nach "Spitzbergen" und "Ritterhütte" sucht, kann man sich etliche Bilder der Hütte und von Spitzbergen ansehen, allerdings alle offensichtlich bei relativ zivilen Wetterbedingungen aufgenommen. Im Buch war die Hütte ja teilweise bis zum Dach eingeschneit, und der Sturm tobte tagelang ohne Unterlass...


Bewertung: 

Bei diesem Buch gibt es einfach kein "lauwarm" - entweder man lehnt es wegen der Jägerei ab, oder man ist begeistert. Bei mir überwiegt jetzt doch wieder die Begeisterung, und ich zähle es weiterhin zu meinen Lieblingsbüchern.

Ich gebe fünf von fünf Sternen.

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